Atlantiküberquerung mit der SY Beryll

Von Mallorca via Hispaniola in die Welt - Aus dem Logbuch eines Weltreisenden.

Die Faszination die kennen zu lernen hat ihn schon lange gereizt, Holger Jaques, 31jährig, Deutscher, sesshaft auf Mallorca, der stolze Kapitän der SY Beryll. Ihm stellte sich die Frage, wie oder womit die Welt bereisen? Mit dem Flugzeug? Mit der Bahn? Oder zu guter letzt mit dem Auto? Auf diese Fragen kann es eigentlich nicht viele Antwortmöglichkeiten geben.
Fremde Länder, fremde Kulturen und Tiere die man bei uns nur im Zoo oder dem Buch kennen- lernt, kann man eigentlich nur mit traditionell, modernen Reisemitteln kennenlernen. Einem Schiff, genauer gesagt einem Segelschiff. Schon Christoph Columbus entdeckte auf diese Art und Weise bekanntlich Amerika.
Seit dem 1. Oktober 2009 befindet sich der Skipper und Kapitän Holger Jaques nun auf dem luxuriös ausgestatteten 47 Fuß Segelschiff auf einer mehrjährigen Weltumsegelung. Abseits der so genannten Barfußrouten ist er ausgehend von Palma de Mallorca unterwegs in Richtung Kanaren zunächst um dann die Überfahrt über den Atlantik anzugehen. Ziel in der Karibik wird zunächst Trinidad & Tobago sein um dann Kurs auf Richtung Hispaniola zu nehmen. Wir werden in kurzen Abständen aus dem Logbuch der SY-Beryll berichten und so immer virtuell mit dem Kapitän in Kontakt stehen.
Was treibt einen Menschen dazu sich auf so ein Abenteuer einzulassen?
Holger Jaques bestritt viele Jahre eine Workaholiker Karriere, und hat eine gescheiterte Ehe hinter sich, dadurch hat sich sein Ruf nach der endlosen Weite nochmals bekräftigt. Und so wurde aus dem einstigen Vorhaben die ersten Schritte für die Realisierung getroffen. Pauken,Pauken, Pauken und Segelschule. Er gibt zu der Mutigste war er anfangs nicht und so manche Welle auf dem Mittelmeer hat ihn doch schon stark mitgenommen. Nach über einem Jahr ist er nun segelsicher und hat viele Erfahrungen gesammelt.
2009 würde auch noch alles offiziell mit den amtlichen deutschen Scheinen beglaubigt, und Holger beschäftige sich ernsthaft mit dem Thema, sich eine Nussschale, ein Floss oder ein Segelschiff zu kaufen. Alles was zu Geld zu machen war, hat er zu Geld gemacht, Lebensversicherungen aufgelöst, Hypotheken ausgeschöpft, sein jahrelang angespartes Sparbuch geplündert und seine Besitztümer in gute Hände gelegt. Fündig wurde er dann nach längerer Suche in Spanien. Die Jungfernfahrt erfolgte schliesslich am 7. August 2009. Erstmals, in seinem Leben und auch in dem seiner Kinder, lässt er sich nicht rausfahren sondern es heißt selber Leinen Los, als verantwortlicher Schiffsführer. Mit etwas wackeligen Knien manövrierte Holger die 15 Meter lange Yacht von Ihrem Standort sicher und ohne Zwischenfälle aus dem Hafen Cala Dór raus. Es folgten ein paar schöne Tage auf dem Mittelmeer.

Ende September 2009, die Abreise steht kurz bevor. Alle Formalitäten sind erledigt, die Wohnung ist sauber, das Auto abgegeben, und es kann losgehen. Großeinkäufe bei Lidl und Co. wurden gemacht, anschliessend das Proviant an Bord verstaut. Bänke, Wände, etc. überall wo Platz ist kommt was rein. Die Sy-Beryll gleicht einem Supermarkt. Zur Übersicht noch eine Bestandsliste, damit wir beim nächsten Einkauf nicht irgendwas doppelt kaufen.
Die Crew und Verteilung an Bord ist nun klar.

Als Tag und Nachtwache wurde Shira eingeteilt. Der erste europäische Sennen Seehund auf Überseefahrt.
Nur mit dem Bewachen, da muss ich nochmal mit Ihr drüber Reden. Das einzigste was sie bewacht ist Ihr Fressnapf. Von Schiffswache keine Spur. Verschlafen liegt sie in der Sonne und trotzt Ihrem Schicksal entgegen.
Für das Kochen und tägliche Leben ist Heiko verantwortlich.
Naja ok ok, üben wir noch ein wenig. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Er hat ein neues Lieblingsbuch, Verlag – Überlebenskünstler, Buchtitel: „Wie muss ich Kochen um nicht vorher über Bord geworfen zu werden“ Er gibt sich doch wirklich Mühe.
Navigation/ Schiffstechniker und Schiffsführer
Wer ist besser für den Job geeignet als Holger? Ein Paar dinge werden noch verbessert und dann passt auch alles. Wer ihn kennt weis, in den größten Krisen ist er der größte Optimist. Und als Schiffsführer hat er die Rettungsinsel direkt hinter sich am Steuer, dann darf er ja optimistisch sein.
Holger wird unsere Agentur besuchen, wir werden ihn im Januar hier in Puerto Plata empfangen. Weitere Berichte werden folgen.